17th Dec

Klimaschutz braucht Freiräume

Dieser Artikel wurde am  09.12.2015 während der UN-Klimakonferenz, COP21, in Paris verfasst. Autor ist Cédric Metz, der für Move., die Jugendgruppe des Mouvement Ecologique, an der Klimakonferenz teilnahm.

Eigentlich gibt es für junge Menschen unendlich viele Gründe, sich für ambitionierte Klimaziele einzusetzen. Trotzdem werden junge Akteure bis dato kaum eingebunden bzw. motiviert, sich verstärkt einzubringen. Das Einbeziehen von Jugendlichen in die Debatte muss deswegen in Zukunft eine wesentlich wichtigere Rolle einnehmen.

Die teilnehmenden Staaten auf der UN-Klimakonferenz, COP21, entscheiden zwar im Konsens über die Klimapolitik der Zukunft, jedoch darf man erfahrungsgemäß die Zukunft der jungen Generation nicht nur Politikern überlassen. Denn zu sehr dominieren wirtschaftliche und kurzfristige nationale Interessen die Entscheidungen auf dem Parkett der internationalen Klimadiplomatie. Dabei liegen die wissenschaftlichen Erkenntnisse seit Jahren auf dem Tisch und es gibt nur noch wenige Unbelehrbare, die bestreiten, dass der Klimawandel gravierende Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesellschaft hat – und verstärkt haben wird. Kein Wunder demnach, dass – neben der Europäischen Union – kleine Inselstaaten im Pazifik die stärksten Befürworter eines ambitionierten Abkommens sind.

Die COP21 besteht jedoch nicht nur aus kleinen “Meeting Rooms” und großen “Plenarsälen”, wo die Richtlinien der internationalen Klimapolitik ausgehandelt werden. Über das ganze Gelände des “Bourget” sind die Stimmen von unzähligen lokalen Bürgerinitiativen nicht zu überhören. Auch in Luxemburg müssen lokale und nationale Politiker in ihrer Klimapolitik verstärkt auf diese “bottom-up” Bewegungen setzen und ihnen Gehör schenken. Dies übrigens auch in der Wirtschaft, wo es die lokalen Produzenten und mittelständige Betriebe sind, die nachhaltig wirtschaften und gute Jobs auf lokaler Ebene schaffen.

Move Cop21

Jeder kann etwas bewegen

Die Politik muss klare Ziele für den Klimaschutz benennen und die Rahmenbedingungen setzten. Die weitere zentrale Frage, die man sich als junger Mensch stellt ist dabei: Wie kann ich selber meinen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Und wie können wir Politiker auf allen Ebenen verstärkt davon überzeugen, dass Klimapolitik wichtig ist? Heute schon sind sowohl ländliche Gemeinden wie Beckerich, grosse Städte wie Bristol oder sogar ganze Bundestaaten wie Kalifornien engagiert. Ohne auf ein internationales Abkommen zu warten, haben sie sich in Netzwerken wie z.B. dem Klima-Bündnis engagiert. Diese Bewegung auf lokaler/regionaler Ebene muss ausgeweitet werden, es liegt auch an uns Jungen, dies einzufordern und uns einzubringen. Dazu braucht es Freiräume, in der neue, frische Ideen ausgedacht und umgesetzt werden können. Die lokale Ebene ist dazu prädestiniert, die Funktion einer Zukunftswerkstatt einzunehmen. Doch auch auf schulicher Ebene gilt es die Verbesserungen für eine Auseinandersetzung mit politischen Themen zu verbessern. Denn junge Leute haben durchaus einen anderen Blick auf die Probleme, mit denen sie sich in Zukunft auseinandersetzen müssen. Hier sind alle Akteure gefordert den Jugendlichen verstärkt Beteiligungsmöglichkeiten zuzugestehen, dann liegt es an uns diese mit Leben zu füllen.

Jeder Bürger kann darüberhinaus selbst dazu beitragen, sein Umfeld nachhaltiger zu gestalten. Sei es durch das Benutzen des öffentlichen Transports oder das in Frage stellen seines Konsumverhaltens. Das muss gar keine grosse Anstrengung sein, im Gegenteil: dem besten Beispiel hierfür begegne ich persönlich jeden Morgen, wenn ich mit dem Fahrrad an den im Stau stehenden Automobilisten vorbeifahre. Klimaschutz kann also durchaus auch die gute Laune fördern.

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